Das Kinderparlament der Kita „Pinocchio“ beim Bürgermeister

Seit September 2017 gibt es in der Kindertagesstätte „Pinocchio“ in Ramstein ein Kinderparlament. Ihm gehören die “Großen”, also die Vorschulkinder, an, die sich einmal im Monat zur parlamentarischen Sitzung treffen. Hierbei werden sie bei der Durchführung ihrer Konferenz von den Erzieherinnen Lisa Kurz und Sabine Huber unterstützt.

Speziell das Kennenlernen und Erleben der Kinderrechte ist ein fester Bestandteil des Kinderparlamentes. Diese Rechte wurden am 20. November 1989 in der UN-Vollversammlung festgehalten. Hier einige wichtige Beispiele:

  • Alle Kinder haben das Recht auf einen eigenen Namen.
  • Alle Kinder haben ein Recht auf ein Zuhause.
  • Alle Kinder haben ein Recht, Zeit zum Spielen zu haben.
  • Alle Kinder haben ein Recht auf Nahrung.
  • Alle Kinder haben ein Recht auf Bildung.
  • Alle Kinder haben ein Recht auf Mitbestimmung in allen Angelegenheiten, die sie betreffen.

 

Diese Rechte werden den Kindern mit praktischen und anschaulichen Methoden vermittelt. Bei den Sitzungen entwickeln sie gemeinsam eine Gesprächskultur, die jedem gerecht wird: dazu gehören still sitzen, zuhören, andere ausreden lassen, andere Meinungen respektieren sowie demokratische Entscheidungen treffen.

Die Kinder erleben sich als aktive Mitglieder einer Gemeinschaft, die für die Rechte des Einzelnen eintritt und Mitgestaltung ermöglicht, aber auch Grenzen und vor allem Regeln setzt und vorgibt. Das hat großen Einfluss auf die moralische Entwicklung und auf die politische Sozialisation. Hier wird Demokratie von klein auf geübt.

In Bezug auf das Mitbestimmungsrecht wurde ein „Beschwerde-Briefkasten“ für die Beschwerden und Wünsche der Kinder installiert. Die Kinder des Kinderparlamentes verstehen sich als Interessenvertreter aller Kindergartenkinder. In demokratischer Wahl wurden 3 Parlamentssprecher gewählt, die die Beschwerden und Anregungen der Kinder an die Leiterin der Einrichtung, Frau Wallner, weiterleiten.

 

Im Januar bat der Stadtbürgermeister die Kinder in einem Schreiben um Mithilfe bei der Planung zur Neugestaltung der städtischen Spielplätze. Diesem Wunsch kamen die Kinder, die sich als Experten für Spielplätze sehen, sehr gerne nach. Die Gestaltungsvorschläge übergab das Kinderparlament dem Bürgermeister beim Besuch im Rathaus. Das Kinderparlament konnte den Sitzungssaal der Stadt Ramstein-Miesenbach und das Büro des Stadtbürgermeisters besuchen.

Im Sitzungsaal stand Bürgermeister Ralf Hechler den Fragen der Kinder Rede und Antwort. Die Kinder hörten, dass auch in den Sitzungen des Stadtrates nicht immer alle einer Meinung sind und dass die Entscheidungen, wie im Kinderparlament, durch Abstimmung erfolgen.

Vielen Dank, Herr Bürgermeister, für die Zeit und die Möglichkeit einen Einblick in die Arbeit eines Bürgermeisters zu bekommen. Die Kinder verabschiedeten sich mit ihrem Parlaments-Lied:

 

„Kinder haben ein Recht auf Rechte!

Und das gilt für dich und mich,

ganz egal in welchem Land,

gilt für sie und ihn und uns,

steht zusammen Hand in Hand!“

 

(Text: Sabine Huber, Fotos: Benjamin Hüge)

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